KPÖ PLUS: Seen in Privateigentum sind ein Anachronismus

Wie heute, Mittwoch, bekannt wurde, hat die Eigentümerin des Mondsees, Anna Mathyl, alle Pachtverträge gekündigt. Während die Eigentümerin die „Bewahrung des Naturraums“ als Grund angibt, dürfte es in Wirklichkeit wohl um eine Erhöhung der Pachtzinse gehen. „Diese Kündigung zeigt, wie wichtig es ist, dass sich Seen in öffentlichem Eigentum befinden. Es darf nicht sein, dass Privatpersonen nach Lust und Laune entscheiden können, wer einen See wie benutzen darf und wie viel dafür zu bezahlen ist. Der Zugang zum See darf kein Privileg der Reichen sein“, sagt Klubobfrau Natalie Hangöbl.

Privater Mondsee als Erbe Napoleons
Dass sich der Mondsee in Privateigentum befindet, ist im Salzkammergut eine Besonderheit, die auf die Zeit Napoleon Bonapartes zurückgeht. Dieser schenkte das ehemalige Kloster Mondsee dem bayerischen Feldmarschall Carl Philipp von Wrede anlässlich der Erhebung in den Grafenstand. Seither sind dessen Nachkommen Eigentümer des Sees. „Das zeigt, wie absurd diese ganze Geschichte eigentlich ist: Ein französischer Diktator schenkt einem deutschen Adeligen ein Kloster, das ihm gar nicht gehört, und 200 Jahre später können dessen Nachkommen einfach so Pachtverträge auflösen. Dass sich ein See in Privateigentum befindet, ist völlig aus der Zeit gefallen“, sagt Hangöbl.