Auf wenig Verständnis stößt die Kritik einzelner ÖVP-Bürgermeister aus Speckgürtelgemeinden am Vorhaben der Landeshauptstadt, mehr leistbare Wohnungen zu bauen. „Wenn ÖVP-Bürgermeister Herbst beklagt, dass die Stadt in der Nähe von Elsbethen Wohnungen plant, wirkt das absurd. Hat Elsbethen bei der Stadt nachgefragt, als man dort mit 1.000 neuen Arbeitsplätzen die Verkehrsbelastung verschärft hat? Oder dass Wohnungen dort nur an Elsbethener vergeben werden?“, sagt Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl: „Jede Wohnung, die in der Stadt nicht gebaut wird, entsteht im Flachgau, Tennengau oder im grenznahen Oberösterreich. Die Zersiedelung ist hauptverantwortlich für die Verkehrsprobleme und verbraucht mehr Grünfläche als eine verdichtete Bauweise in der Stadt.“
Die Umlandgemeinden profitieren von der Nähe zur Stadt Salzburg mit deren Infrastruktur, Arbeitsplätzen sowie Kultur- und Freizeitangeboten. Gleichzeitig tragen sie nicht zur Finanzierung dieser Leistungen bei. Die Stadtbewohner zahlen doppelt – direkt über das Stadtbudget und indirekt über die Landesfinanzierung. Auch geteilte Einnahmen aus der Kommunalsteuer sind eine Seltenheit, wie das Beispiel Trainingszentrum und Stadion zwischen Wals-Siezenheim und Landeshauptstadt zeigt.
„Bei konkreten Projekten funktioniert die Zusammenarbeit gut. Die fehlende gemeinsame Planung bei Wohnbau und Verkehr darf aber nicht nur als Argument vorgebracht werden, um etwas zu verhindern, sondern bedeutet auch Pflichten für den Speckgürtel“, sagt Dankl: „Wenn in der ganzen Stadt neue Wohnungen geplant werden, kann man nicht einen Stadtteil ausnehmen. Wohnen ist ein Grundrecht und wird nur leistbar, wenn die Politik nach Jahren der Versäumnisse alle Chancen nutzt.“
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